Eure Gewalt bricht uns nicht – Unsere Körper, unser Kampf!

Genossin der FKO erlebte sexualisierte Gewalt in türkischer Haft

Am 19. Juli 2012 entzündete sich die Rojava-Revolution in Nordkurdistan. Während in Syrien der Bürgerkrieg tobte, war es die Bevölkerung Kobanes, die das Assad-Regime vertrieb. Fast anderthalb Jahrzehnte kämpften sie um ihre Freiheit und bauten eine Selbstverwaltung über Räte auf. Rojava zeigte Millionen unterdrückten Menschen auf der Welt, dass der Kampf für die Gleichheit aller Völker und die Befreiung der Frau möglich ist.

In diesem Jahr war unsere Genossin Paula Teil einer Delegation nach Bakur (Nordkurdistan). Im Rahmen dessen wurde sie festgenommen und musste in türkischer Haft unterschiedliche Formen von Folter und sexualisierter Gewalt erleben. Ein türkischer Polizeibeamter vergewaltigte Sie während Ihrer Zeit in Haft.

Was unsere Genossin in Haft erleben musste, zeigt uns dass Folter und sexualisierte Gewalt noch immer Alltag sind in türkischen Gefängnissen. Es zeigt, dass der türkische Staat bereit ist alle erdenklichen Mittel zu nutzen um zu versuchen den kurdischen Widerstand und alle die mit ihm solidarisch sind zu brechen. Insbesondere Frauen, die sich für ihre Befreiung und die anderer einsetzen sind ihm ein Dorn im Auge.

Mit der Veröffentlichung wird dem etwas entgegengesetzt. Sie macht öffentlich, was verborgen bleiben soll – sie zeigt: Eure Gewalt bricht uns nicht: Unsere Körper, unser Kampf!

Vor welchem Hintergrund fand die Delegation statt?

Im Januar diesen Jahres griffen von der HTS geführte Kräfte und die syrische Übergangsregierung unter al Sharaa die kurdischen Stadtteile in Aleppo an. Seit Mitte Januar sind sie zu einem Generalangriff auf die Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien übergegangen. Mehrere mehrheitlich arabische Städte wurden seitdem unter die Kontrolle des syrischen Regimes gebracht, andere Teile Rojavas wurden militärisch belagert und angegriffen. Tatkräftige Unterstützung dafür kommt vom türkischen Staat und westlichen Kräften. Auch der deutsche Staat schließt weiterhin Deals mit Al Sharaa ab. Die Errungenschaften der Revolution sollten zerstört werden. Die Existenz und das Überleben dieses revolutionären Projekts wurden akut bedroht. Ein revolutionäres Projekt, das seit anderthalb Jahrzehnten Frauen und Unterdrückten auf der ganzen Welt Hoffnung bringt.

Widerstand in Rojava und die Rolle von Solidarität über alle Grenzen hinweg

In Rojava und international strömten die Menschen auf die Straßen. Unsere Genossin entschied sich im Februar, Teil einer Delegation zu werden, die nach Bakur (Nordkurdistan) reiste. Teil der Delegation waren 16 Internationalist:innen aus Deutschland. Darunter waren 13 Frauen und eine nicht-binäre Person. Ihr Ziel war es, ihrer Solidarität direkt vor Ort Ausdruck zu verleihen, sich an politischen Aktionen zu beteiligen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und über Öffentlichkeitsarbeit die Kämpfe nach Deutschland zu tragen.

Diese Ziele haben Sie auch erreicht. Immer wieder berichteten Menschen vor Ort, dass die Solidarität der Delegation ihnen Kraft schenkt, dass sie sich dadurch weniger alleine fühlen. Menschen überall in Deutschland wurden durch die öffentliche Arbeit der Delegation ermutigt, sich an den Protesten zu beteiligen, und während zahlreiche Medien schwiegen, waren es die Genoss:innen, die der Rojava-Revolution und ihren Kämpfen im deutschsprachigen Raum eine Stimme verliehen.

Repression kann unseren Kampf für eine befreite Welt nicht unterdrücken

Dem türkische Staat war diese Solidarität und somit auch die Delegation ein Dorn im Auge. Nach ihrer Festnahme im internationalen Flughafen von Istanbul wurden Sie in Abschiebehaft genommen. Mehrere Delegationsteilnehmer:innen in Folge dessen misshandelt und gefoltert. Während der Inhaftierung erlebte unsere Genossin Paula verschiedene Formen von Gewalt, diese gipfelten darin, dass ein türkischer Beamter Sie in ihrer Zelle vergewaltigte.

Die geschlechtsspezifische Gewalt ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis eines faschistischen Staates, dem alle Methoden recht sind, um das kurdische Volk, solidarische Internationalist:innen und allen voran widerständige Frauen zu unterdrücken.

Doch trotz aller Versuche schafft er es nicht, die Errungenschaften der Revolution zunichte zu machen. Die Frauen in Rojava spielen in der Selbstverwaltung weiterhin eine zentrale Rolle, es gibt Frauenräte und Frauengerichte, die über die Belange von Frauen entscheiden. Es existieren eigenständige Frauenkooperativen in zahlreichen Bereichen. Darüber hinaus zeigen sich weiterhin über all auf der Welt Menschen solidarisch mit den Kämpfen.

Auch unsere Solidarität kann Repression nicht brechen. Wir stehen solidarisch an der Seite unsere Genossin und aller Frauen die sexualisierte Gewalt erleben ob im Alltag oder als Teil politischer Repression. Wir stehen ebenfalls weiterhin, nun umso lauter an der Seite aller Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen und an der, der Rojava-Revolution.

Jin Jiyan Azadi! Frauen, Leben, Freiheit!

Im Rahmen dieser Veröffentlichung haben wir auch eine auführliche Erkläung zu Geschlechtsspezifischer Repression
https://internationale-jugend.de/2026/08/warum-wir-geschlechtsspezifische-repression-nicht-hinnehmen-und-warum-wir-offentlich-daruber-sprechen/
Und einen ausführlichen Reisebericht der Delegation veröffentlicht
https://internationale-jugend.de/2026/08/berxwedan-jiyan-e-ein-reisebericht-aus-rojava
Lest euch gerne beides durch

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