Schülerinnen: Wehren wir uns gegen patriarchale Gewalt!

Femizid an Schule in Brandenburg

Am 27. August ermordete ein Schüler zwei Menschen auf dem Gelände einer Schule in Gosen-Neu Zittau, Brandenburg. Bei den Opfern handelt es sich um eine 18-jährige Schülerin und einen 30-jährigen Angestellten, der versucht haben soll, die Tat zu verhindern. Der Täter ist der 19-jährige Ex- Freund der Schülerin. Unsere Gedanken und unser Beileid sind bei den Opfern und den Angehörigen.

Mord an Frauen: Femizid

    Noch wurden keine weiteren Angaben zum Tatmotiv gemacht. Viele Medien berichten nur von einer “Gewalttat”, einige zitieren aber auch die Landtagspräsidentin Brandenburgs, die den Angriff als Femizid bezeichnet. Ein Ex-Freund, der seine Ex-Freundin ermordet – Gewaltakte unter solchen Umständen kennen wir tatsächlich oft als Femizid. Das ist der Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist. Weil Männer – meistens (Ex-)Partner oder Familienmitglieder – einen Besitzanspruch über Leben und Körper von Frauen erheben und dann lieber die Frauen umbringen, als dass sie sich voll von ihnen abwenden können. In Deutschland gab es alleine dieses Jahr schon mindestens 71 bestätigte Fälle, wobei einige Morde an Frauen auch nicht als Femizide bestätigt werden.

    Patriarchale Gewalt macht nicht Halt vor unseren Schulen

    Das wäre nicht der erste Femizid an einer Schule. So gab es im Januar 2024 einen Femizid am Löwenrot-Gymnasium in Baden-Württemberg, wo eine 18-jährige Schülerin durch ihren Mitschüler und Ex-Freund ermordet wurde.

    Diese krasse Gewalt, ist nicht die einzige Form patriarchaler Gewalt, der Schülerinnen ausgesetzt sind. Und es fängt auch nicht erst bei Gewalt an, sondern schon bei z.B. der sexistischen Kleiderordnung an, bei der über die Körper von Mädchen und jungen Frauen bestimmt wird und die Sexualisierung ihrer Körper auf ihre Kleidung zurückführt – und ihnen so die Schuld für übergriffiges Verhalten von Mitschülern und Lehrern gibt. Wir müssen uns also gegen alle Auswüchse dieser Unterdrückung, denen wir an unseren Schulen begegnen, wehren!

    Auf diesen Staat ist kein Verlass

      Seit Jahren steigt die Gewalt an Frauen weiter an. Der Staat jedoch kürzt das Geld für öffentliche Schutzangebote wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen um es zum Beispiel in die Aufrüstung zu stecken. Gleichzeitig treiben bürgerliche Parteien und Medien, eben auch als Teil des Staates den gesellschaftlichen Rechtsruck voran und lassen dabei beiläufig patriarchale Gewalt aufblühen, in dem Frauen wieder mehr in die Rolle der gefügigen Hausfrau gedrückt werden.

      Die Gewalt ist also nicht willkürlich, sondern Ausdruck eines ganzen Systems, in dem wir leben. Im Patriarchat werden Männer in die Rolle des Unterdrückers und Frauen in die Rolle der Unterdrückten erzogen. Die Auswirkungen davon bekommen Frauen täglich zu spüren. .

      Wir sehen also: Auf diesen Staat ist kein Verlass sondern er trägt Mitschuld an den steigenden Fällen patriarchaler Gewalt! Wir müssen den Kampf gegen das Patriarchat selbst in die Hand nehmen. Dafür müssen wir auch da anfangen, wo es uns begegnet – in unseren Schulen!

      Schülerinnen: Wehren wir uns gegen patriarchale Gewalt!

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