Schauen wir uns zurzeit in der Welt um sehen wir vor allem eins: Krisen. Sei es der sich verschärfende Klimawandel mit immer extremeren Wetterlagen und Umweltkatastrophen, die unsere Lebensgrundlage bedrohen. Seien es die von der Wirtschaftskrise und Inflation in die Höhe getriebenen Preise und gleichzeitig ausbleibende Lohnerhöhungen. Oder sei es die Corona-Pandemie, die zu einem Zusammenbruch der globalen Handelsketten und einer starken Einschränkung unserer Grundrechte geführt hat. In den letzten Jahren hat der Kapitalismus einige Krisen hervorgebracht, die eins gemeinsam haben: Sie treffen uns als Jugend der Arbeiter:innenklasse in besonderer Art und Weise.

„They have money for wars, but can’t feed the poor“

Auf der einen Seite verpulvert der deutsche Staat 100 Milliarden Euro als Extra Budget für die Aufrüstung – neben über 50 Milliarden Euro, die die Bundeswehr sowieso jährlich bekommt. Auch über eine Reaktivierung der Wehrpflicht wird immer drängender diskutiert, denn Deutschland rüstet auf und dafür braucht es eine neue „kriegstüchtige“ Generation. Zwar wird eine vollständige Reaktivierung zurzeit noch als unrealistisch bezeichnet, doch mit einer Einführung eines sozialen Pflichtjahres und einer höheren Vergütung eines „freiwilligen“ Jahres bei der Bundeswehr und bessere Chancen auf einen Studienplatz sollen Jugendliche zum Militär gelockt werden.

Heute noch Schüler:innen, sollen wir morgen schon für die Profite der (Rüstungs-)Konzerne in den Krieg ziehen. Gleichzeitig bringt der Export von Waffen nach Israel, Saudi-Arabien oder in die Ukraine eine Menge Gewinn für die deutschen Rüstungskonzerne und den deutschen Staat.

Auf der anderen Seite lässt der deutsche Staat für Bildung und Soziales aber nur Krümel übrig. Wenn wir uns die Lebensrealität von Jugendlichen anschauen sehen wir das deutlich: Nach einem stressigen Schultag gehen viele Jugendliche noch arbeiten, damit das Taschengeld reicht, um nicht von den sozialen Aktivitäten im Freundeskreis ausgeschlossen zu werden. Jugendclubs werden aufgrund der Haushaltskürzungen reihenweise geschlossen und kostenlose Freiräume werden so immer weniger. Zudem werden die Schulklassen immer größer und trotzdem fallen regelmäßig Unterrichtsstunden aufgrund des Lehrkräftemangels aus.

Unter Schüler:innen, Auszubildenden und Studierenden herrscht zudem eine Perspektivlosigkeit und viele haben die Angst und Ungewissheit vor der Zukunft immer im Hinterkopf. Als „Generation Krise“ kennen wir das nur zu gut.

Die Festung Europa wird ausgebaut

Hand in Hand mit der Militarisierung geht die faktische Abschaffung des Asylrechts durch die Ampelregierung in Deutschland und Europa. Abschiebungen sollen unter anderem durch neue Abkommen und dem Bau von Migrationszentren in Ländern wie Nigeria, Marokko oder Tunesien erleichtert werden. Mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) soll die Migration so gesteuert werden, dass nur noch diejenigen in die EU kommen, die geeignet für den Arbeitsmarkt sind. Daneben will Deutschland die Abschiebehaft verlängern und seine Grenzen dicht machen. An den Mauern der „Festung Europa“ spitzt sich dies zu. Alleine 2023 sind über 2500 Menschen auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken – damit ist es das tödlichste der letzten fünf Jahre.

Junge Migrant:innen, die in Deutschland zur Schule gehen, studieren oder eine Ausbildung machen müssen jetzt verstärkt davor bangen, ihre Perspektive auf eine Zukunft ohne Krieg, Verfolgung und Armut zu verlieren. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass die Menschen erst wegen der Ausbeutung durch deutsche Konzerne, Kriegen, an denen die Bundeswehr beteiligt ist, und den Auswirkungen des Klimawandels fliehen müssen.

Hinzu kommt eine Zunahme rassistischer Hetze, die schon lange nicht mehr nur von rechts außen betrieben wird. Antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus finden immer mehr Anklang in vielen Teilen der Gesellschaft. Das spielt rechten Parteien in die Hände: Die faschistische Bewegung erfreut sich mit dem Aufstieg der AfD an einer neuen Salonfähigkeit. Doch die AfD ist keine Partei der „kleinen Leute“, wie sie sich gerne ausgibt. Sie will Unternehmen entlasten und öffentliche Gelder im Bereich Bildung und Soziales kürzen. Finanziert wird sie dabei auch von Konzernen wie Mercedes-Benz oder Müllermilch.

Widerstand gegen das System

Schauen wir uns in der Welt um sehen wir aber nicht nur Krisen, wir sehen auch Widerstand gegen das System, das sie hervorbringt! Als Jugendliche, die in Deutschland leben, kämpfen wir im Herzen der Bestie gegen den Kapitalismus. Internationale Solidarität bedeutet für uns also, die Ausbeutung und Unterdrückung anderer Nationen durch die deutschen Konzerne und ihren Staat aufzuzeigen und zu bekämpfen, um den Kampf unserer Klassengeschwister auf der ganzen Welt zu stärken. Denn um das System zu stürzen brauchen wir eine vereinte Arbeiter:innenbewegung.

Es gibt zahlreiche Beispiele von internationalen Kämpfen und mit einigen von ihnen wollen wir uns auf den nachfolgenden Seiten beschäftigen. Sei es die Guerilla in den Bergen Kurdistans, die einen unermüdlichen Kampf gegen den türkischen Faschismus führt, seien es die Jugendaufstände in Frankreich nach einem erneuten Polizeimord, seien es die Streiks gegen Waffenlieferungen oder seien es die Seenotretter:innen auf dem Mittelmeer. Sie alle schaffen eine Perspektive für die „Generation Aufstand“.

Die ganze Broschüre findest du hier als PDF.