Am 1. September auf die Straße gegen Militarisierung und Krieg!

Am 1. September ist der Antikriegstag. Durch das Debakel der deutschen Besatzungsmacht in Afghanistan ist die Diskussion um Kriege und deutsche Beteiligungen daran wieder aufgeflammt.
Diese hat uns vor Augen geführt, dass dieser Kampftag nichts an Bedeutung eingebüßt hat.

„Über 70 Jahre Frieden in Europa“?! – Von Wegen!
Die deutschen Kapitalist:innen und Politiker:innen brüsten sich oft damit, nach zwei vom Zaun gebrochenen Weltkriegen der Menschheit mit der Europäischen Union nun „über 70 Jahre Frieden in Europa“ beschert zu haben. Was sie nicht sagen? Europa geht tatsächlich über die Grenzen der EU hinaus.
Die Bevölkerung des Kosovo, die Opfer des ersten deutschen Angriffskrieges seit dem zweiten Weltkrieg wurde, mag das anders sehen. Die zahlreichen Völker der Welt, in deren Heimat Stellvertreterkriege um Rohstoffe und geopolitische Stützpunkte im Dienste der mächtigen kapitalistischen Staaten gekämpft wird, sicher auch.
Für die deutschen Kapitalist:innen reicht es, den Krieg von der eigenen Haustür fernzuhalten und die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen. Wir stehen Seite an Seite mit unseren ausgebeuteten und unterdrückten Geschwistern weltweit! Wir wollen in Frieden leben!

Aufrüstung und Mobilisierung für den Krieg laufen auf Hochtouren! Nicht erst seit der Debatte um Afghanistan wissen wir, dass sich deutsche Politiker:innen nach einer stärkeren militärischen Unabhängigkeit von den USA sehnen, um künftig eigenständiger die neokolonialen Interessen deutscher Großkonzerne durchsetzen zu können.
In den letzten Jahren wurde insbesondere von der Kriegsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine intensive Kampagne zur Modernisierung der Bundeswehr und ihres Geräts eingeleitet, um diese wieder kriegsfähig zu machen. Höhepunkt war die derzeit ausgesetzte Debatte darum, bewaffnete Drohnen anzuschaffen.
Gleichzeitig versucht man strategisch vor allem uns Jugendliche anzuwerben, um wieder eine größere Armee aufbauen zu können. So wurde ein neuer Freiwilligendienst der Bundeswehr unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“ gestartet. In unseren Schulen werben Soldat:innen für den
Krieg, von unzähligen Werbetafel an Bushaltestellen und Bahnhöfen starren sie uns an und wollen uns für die Armee gewinnen. Selbst Dönerpapier ließ die Bundeswehr in großem Stil drucken.
Doch wir wollen unser Leben nicht dem Krieg und der Unterdrückung anderer Völker widmen! Wir lassen uns nicht aufhetzen, sondern kämpfen für eine bessere Welt jenseits des Kapitalismus!

Krieg dem Krieg!
Doch gegen den Krieg zu sein, heißt nicht einfach in Pazifismus zu versinken. Ein Beispiel liefert uns unsere Genossin Ivana Hoffmann, die sich die Parole „Krieg dem Krieg“ zu eigen machte, lebte und im Kampf gegen den Islamischen Staat und für die Verteidigung der Rojava-Revolution 2015
unsterblich wurde. Der 1. September ist auch ihr Geburtstag.
Sie ließ ihr Leben in Deutschland zurück, um in Rojava gegen die faschistischen Banden des IS zu kämpfen, um eine Revolution zu verteidigen, die den Auftakt für ein friedliches Zusammenleben der Völker in Westasien bedeuten könnte.
Von Ivana können wir lernen, dass wir den Krieg nur auf die Müllhalde der Geschichte befördern können, wenn wir uns verteidigen können und den Kapitalismus überwinden. Denn solange die Wirtschaft auf Profit ausgerichtet ist, wird es auch profitabel sein, Kriege zu führen und sich andere
Länder und Regionen zu unterwerfen.

Für uns ist also klar: Den Krieg überwinden heißt auch, den Kapitalismus zu überwinden!
Kampf dem deutschen Militarismus!