Gesundheitsstandards müssen eingehalten werden! Unsere Forderungen zum Schulbetrieb während Pandemie und Krise

Noch befinden wir uns in den Weihnachtsferien und wie die Situation an den Schulen danach aussehen wird, ist noch unklar. Dennoch sind auch in der letzten Woche vor den Ferien die Abschlussklassen in die Schule gegangen, ohne dass es für sie Verbesserungen gab. Das wird in der nächsten Woche vermutlich so weiter gehen.
Wir wollen deshalb unsere Forderungen zum Schulbetrieb in der Corona-Krise darlegen.

Wir brauchen mehr Platz!
Sicherheitsabstände sind neben Masken das einfachste Mittel die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion zu senken und stehen in jedem Hygienekonzept für Schulen. In der Realität ist es aber kaum möglich, diese einzuhalten. In den Klassenräumen ist zu wenig Platz, in den Bussen und Bahnen zur Schule erst recht.
Es muss dafür gesorgt werden, dass Abstände eingehalten werden können!

Flächendeckende Schnelltests auch für Schüler:innen!
Je nach Ort und zuständigem Gesundheitsamt ist der Umgang mit Infektionen und Verdachtsfällen in Schulklassen sehr unterschiedlich. Oft werden Kontaktpersonen gar nicht oder nur unter bestimmten Vorraussetzungen getestet oder überhaupt erst ausfindig gemacht. Einerseits müssen so Hunderte grundlos in Quarantäne, andererseits wird so die Gesundheit hunderter Schüler:innen aufs Spiel gesetzt. Wir fordern, dass es flächendeckenden und kostenlosen Zugang zu Tests für alle Schüler:innen gibt.

Luftfilteranlagen für alle Klassenräume!
Es ist hinreichend erwiesen, dass geöffnete Fenster kaum einen Effekt auf das Infektionsrisiko haben. Viel effektiver sind Luftfilteranlagen, die nur aus Kostengründen nicht eingesetzt werden. Während Milliarden an Konzerne verschenkt oder ins Militär gesteckt werden, soll bei unserer Gesundheit gespart werden. Schluss damit!

Psychische und soziale Unterstüzung für alle Schüler:innen!
Fast 15% aller unter 18-Jährigen erleiden einen Burnout, nicht zuletzt wegen des Leistungsterrors in der Schule. Generell nimmt die Zahl psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen zu. Das ist zwar nicht erst seit der Pandemie so. Jedoch hat diese die Situation noch einmal um einiges verschlimmert. Wir fordern, dass es für alle Schüler:innen, gerade für die im Homeschooling, einfach zugängliche psychische Unterstützung gibt.
Für die Schüler:innen, welche nicht im Präsenzunterricht sind, müssen außerdem ein regelmäßiger Kontakt und Betreuungsmöglichkeiten sichergestellt werden.

Gerechte Bildung – nicht nur in der Pandemie!

Durchschnittsabschluss für alle, keine Prüfungen!
Oft kriegen wir den Spruch „Man lernt für das Leben, nicht für die Schule“ zu hören. Dass das Quatsch ist, ist uns allen klar. In der Realität lernt man vor allem für Prüfungen. Das erzeugt Stress, ist unproduktiv und unfair. Für produktives Lernen ohne unnötige Prüfungen!
Kein erzwungenes Sitzenbleiben!
Zu Hause lernen muss möglich sein! Kostenlose digitale Endgeräte für alle Schüler:innen und Weiterbildungen für Lehrer:innen!
Ob Hausaufgaben, lernen für Prüfungen oder Online-Unterricht: Ein großer Teil des Lernens findet momentan zuhause statt. Für viele bringt das einiges an Problemen mit sich. Es fehlt an Platz, viele können sich nicht ausreichend digitale Endgeräte leisten, zuhause herrscht oft keine Atmosphäre, in der man sich vernünftig konzentrieren kann. Digitaler Unterricht scheitert (nicht nur) in ländlichen Regionen an schlechter Internetverbindung und mangelnder Kenntnisse der Lehrer:innen.

Soziale Unterstützung für Schüler:innen!
„In Deutschland ist Bildung kostenlos“ ist eine weit verbreitete Unwahrheit. Schulbücher, digitale Geräte, Taschenrechner und zusätzliches Lernmaterial bringen einiges an Kosten zusammen. Zugang zu Bildung scheitert so auch hier oft am Geldbeutel der Eltern. Wir fordern eine wirklich kostenlose Bildung!

Demokratisierung des Schulsystems!
Wir wollen und brauchen die Möglichkeit, unseren Schulalltag aktiv mitzubestimmen. Oft wird hierzu auf die Schüler:innenvertretung oder den Schüler:innenrat verwiesen. In der Realität haben diese Strukturen allerdings keinen Einfluss darauf, was und wie wir lernen, oder welche Corona-Maßnahmen gerade umgesetzt werden. Für ein selbstbestimmtes Lernen!

12 Milliarden für Schulen!
Die oben genannten Forderungen kosten natürlich einiges an Geld. Wir fordern daher, 12 Milliarden zusätzlich in Schulen zu investieren. Die Summe haben wir uns nicht einfach ausgedacht. Sie spiegelt ungefähr das wieder, was seit Beginn der Wirtschaftskrise an Großkonzerne verschenkt wurde.
Unsere Gesundheit und Bildung sind wichtiger als die Profite von Konzernbossen!