Naziaufmarsch in Remagen gestört!

 
Letzten Samstag wollten wie jedes Jahr Nazis in Remagen aufmarschieren und dabei ihr „Heldengedenken“ für die SS, die Wehrmacht und andere faschistische Soldaten abhalten.
Bei der faschistischen Veranstaltung kommen Jahr für Jahr die Köpfe verschiedener rechtsterroristischer Strukturen zusammen.
Wie in den letzten Jahren auch wollten wir zusammen mit anderen Gruppen den Aufmarsch blockieren.
Trigger-Warnung: Polizeigewalt, sexualisierte Gewalt
Die Anreise verlief für uns erstmal unproblematisch und auch die Startkundgebung der antifaschistischen Demonstration verlief entspannt.
Direkt als die Demo in Dreierreihen und mit 1,5m Abstand zwischen den Teilnehmer:innen loslief, drohte die Polizei mehrfach die Versammlung aufzulösen, weil sich angeblich nicht an die Corona-Auflage gehalten würde.
Wie die Cops tatsächlich zu Gesundheitsschutz stehen werdet ihr später im Text sehen.
Wir beteiligten uns nicht weiter an der Demo sondern machten uns zusammen mit den anderen Gruppen aus dem #BlockZHG-Bündnis auf, um die Route der Faschos zu blockieren.
Es gelang uns relativ schnell, auf die Jahnstraße zu gelangen und dort eine Sitzblockade zu formen, bei der wir auch die Sicherheitsabstände beachteten.
Dies wurde binnen kurzer Zeit von der Polizei verunmöglicht, diese drängte uns mit Schlägen und Tritten von der Straße und kesselten uns auf den danebenliegenden Parkplatz und Bürgersteig.
Einige der Cops trugen keine Masken oder trugen sie falsch, Abstände hielten sie selbst nicht ein und gaben uns nicht die Möglichkeit dazu.
Damit haben sie die Gesundheit aller Beteiligten riskiert.
Daraufhin entschieden sie sich, die Faschos durch die freigeprügelte Lücke zu führen.
Während dieser Provokation griffen sie die Blockadeteilnehmer:innen erneut an.
Dabei setzten sie Pfefferspray, Schlagstöcke, Faustschläge und sogar Würgegriffe ein.
Mehrere Personen aus der Blockade wurden dabei verletzt, einige mussten später ins Krankenhaus.
Nachdem die rechte Demo weg war löste die Polizei den Kessel nicht auf, sondern machte allen Menschen in der Blockade den Vorwurf angeblich Polizist:innen angegriffen zu haben.
Alle Antifaschist:innen wurden durchsucht, abgefilmt und die Personalien wurden festgestellt.
Dabei kam es erneut zu Übergriffen durch die Rechten in Uniform und bei den Durchsuchungen zu mehreren Fällen von sexualisierter Polizeigewalt.
Jeder einzelnen Person wird nun Landfriedensbruch, Körperverletzung und tätlicher Angriff vorgeworfen.
Diese aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen sind nur ein weiteres Beispiel für die Kriminalisierung von legitimen antifaschistischen Protest.
Leider übernahmen auch der General Anzeiger Bonn und SWR3 die Lügen der Polizei – wohlgemerkt ohne vor Ort gewesen zu sein oder mit Beteiligten gesprochen zu haben.
Das ist kein Journalismus, sondern einfach nur peinlich.
Fazit:
Während die Zahl der Faschos noch weiter sank, wohl auch dank der erfolgreichen Blockaden der letzten Jahre, konnte das Blockadebündnis trotz der Pandemie mehr Leute als die Jahre zuvor auf die Straße bringen.
Auch in diesem Jahr gelang es dem Bündnis die Nazis massiv zu stören.
Neben der Blockade auf der Jahnstraße gab es noch zwei weitere, eine davon mit Lock-Ons und eine weitere Sitzblockade vom BlockZHG-Bündnis.
Das Hygiene-Konzept vom Bündnis wurde so gut es ging umgesetzt, es wurden FFP2-Masken bereitgestellt und Abstände wurden eingehalten, wo die Polizei es nicht verhindert hat.
Wir werden uns um einen kollektiven und solidarischen Umgang mit der uns entgegengesetzten Repression bemühen.
Niemand bleibt alleine!
Gemeinsam für ein nazifreies Remagen!