Der April im Rheinland war, wie schon der März, gezeichnet von Corona und Wirtschaftskrise.  Doch trotz oder gerade wegen der Umstände konnten wir an bewährte kreative Aktionsformate anknüpfen und unsere politische Arbeit weiterführen, ohne Hygienestandards zu verletzen. Wir vertieften unsere öffentliche Arbeit mit Tapeten. Bannern und Flyern und konnten so unsere Positionen nach außen tragen.

Zu Monatsbeginn stand der dezentrale #LeaveNoOneBehind-Aktionstag der Seebrücke an. Dort beteiligten wir uns und nach Kräften und trugen mit kreidegemalten Schuhabdrücken und Plakaten den Protest mit. Denn auch wenn führende Politiker*innen davon sprechen, dass die Gesellschaft in Corona-Zeiten solidarisch sein müsse, zeigt die reale Politik, dass sie Geflüchtete vergisst. Der #LeaveNoOneBehind-Aktionstag ist zwar vorbei, doch es ist und bleibt relevant.

Einige Tage später durchlief die gesamte Presselandschaft die Nachricht, dass Lufthansa besonders schwer von der aktuellen Wirtschaftskrise getroffen wurde und ihr Tochterunternehmen Germanwings dichtmacht. Letzterer Punkt schaffte es aber vorher nicht in die Schlagzeilen und die Beschäftigen, denen nun die Arbeitslosigkeit droht suchten um Aufmerksamkeit. Wir beteiligten uns dabei an einer Protestaktion vor der Lufthansageschäftsstelle in Köln-Ehrenfeld im Rahmen des Bündnisses #NichtAufUnseremRücken, um darauf aufmerksam zu machen, dass nicht die Arbeiter*innen die Krise mit ihrem Job, ihrer Wohnung oder ihrem Lohn zu bezahlen haben.

Mitte April erreichten uns Nachrichten über die unhygienische Lage, der Geflüchtete in Sammelunterkünften ausgesetzt sind. Unter dem #ShutdownLindenstraße beteiligten wir uns an Solidaritätsaktionen mit den Geflüchteten aus der Unterkunft in der Lindenstraße in Bremen. Doch die Lindenstraße ist dabei auch synonym zu sehen zu all den anderen Unterkünften, in denen Geflüchtete denselben Bedingungen ausgesetzt sind etwa wie in Halberstadt.

Parallel zu den verschiedenen Aktionstagen haben wir gemeinsam mit dem Solidaritätsnetzwerk und dem Frauen*kollektiv zwei Aktionswochen organisiert, bei denen wir unsere Stadtteile in Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis mit unseren politischen Forderungen verschönerten. Dabei scheuten wir weder Mühe noch Kosten und haben duzende Tapeten zu den Themen Antifaschismus, Antikapitalismus, LGBTQIA*, Geflüchteten-Situation, Wirtschaftskrise, Jugendpolitik, Wohnungslose, etc. sowie Flyer und Ausgaben der aktuellen Perspektive verteilt.

Der April ging für uns mit dem Aktionstag #KeineQuarantäneFürFreiheitsrechte aktionspolitisch zu Ende. Ein Tag, bei dem wir unter Beachtung der Hygienestandards in Form einer kleinen Kundgebung und damit verbundenen Aktionen auf die Gefahr in der Aushebelung von Grundrechten aufmerksam machten.

Die letzten Tage des Aprils waren aber nicht weniger ruhig, gespannt bereiteten wir uns auf den Mai vor und hofften allmählich auf Lockerungen von Auflagen, insbesondere für Kundgebungen und politische Aktionen in der Öffentlichkeit.

Unsere Treffen finden mittlerweile auch wieder jeden Freitag um 18:00 Uhr Face-to-Face statt (natürlich mit gebietendem Sicherheitsabstand), aber jede*r ist freiwillig dazu angehalten, auch weiterhin über Skype, Zoom, o.ä. teilzunehmen. Schreib uns einfach an und beteilige dich an dem solidarischen Kampf für eine bessere Welt.