Abermillionen von Menschen werden weltweit entlassen. Betriebe müssen schließen. Der Staat wirft mit Steuergeldern nur so um sich, um große Unternehmen wie Lufthansa, Adidas oder Puma zu retten. Gleichzeitig verbreitet sich ein Virus über die ganze Welt, Grundrechte und öffentliches Leben wurden international heruntergefahren.
Wir leben in Krisenzeiten – so einfach, aber auch so hart ist das. Gerade uns als Jugendliche kann es jetzt nämlich stark treffen. Ob als Schüler*innen, Auszubildende, junge Arbeiter*innen oder Studierende; wir alle nehmen unseren Platz in diesem Geschehen ein, uns alle betrifft es.
Die schlimmste Wirtschaftskrise aller Zeiten
Natürlich scheinen manche Dinge weit von uns weg. Denn was soll schon ein Börsencrash mit unserem Leben zu tun haben? Das Leben derer, die ihr Geld mit Aktien verdienen, hat schließlich wenig mit unserem gemein. Und wo soll bitte die Verbindung zwischen den Politiker*innen und ihren plötzlichen Milliardengeschenken an große Kapitalist*innen zu unserem Alltag sein? Deren Lebenswelt ist wohl kaum mit unserer zu vergleichen.
Doch spätestens wenn wir oder unsere Eltern den Job verlieren, wenn der Verdienst, mit dem wir Essen, Miete, Studium oder Freizeit finanzieren, wegbricht und wir merken, dass es unseren Mitmenschen nicht anders geht, dann wird klar: Es gibt da einen Zusammenhang.
Denn einen Berührungspunkt zwischen uns und den Reichen gibt es doch: Sie haben die Macht in diesem System, an unseren Arbeitsplätzen, in den Parlamenten, den Medien und über uns wird sie ausgeübt.
Während wir oder unsere Eltern Tag für Tag arbeiten gehen, sehen wir so gut wie nichts davon, wenn es vermeintlich gut läuft mit der deutschen Wirtschaft. Doch während einer Wirtschaftskrise sind wir die ersten, die aufs Pflaster fliegen während die Reichen mit unseren Steuergeldern rausgeboxt werden.
Dabei wird die Jugend verhältnismäßig hart getroffen. Schon in den letzten Krisen nahm das krasse Ausmaße an. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit beispielsweise noch immer bei über 30%. 
Heute gehen viele Ökonom*innen davon aus, dass wir die schwerste Wirtschaftskrise aller Zeiten erleben werden. Das kann natürlich auch an uns nicht spurlos vorbei gehen, so haben etwa 750000 Studierende schon ihre Jobs verloren.
Viele Unternehmen haben auch Ausbildungsverträge für das nächste Lehrjahr aufgekündigt und verlautbart, dass es zu Problemen bei der Übernahme von Auszubildenden kommen könnte.
Für viele von uns wird es jetzt eng mit der Miete, Monatskarten oder Lebensmitteln. Dafür werden wir an Existenzängsten in den nächsten Monaten nicht zu sparen haben.
Corona, Schulen, Freiheitsrechte
Auch das Corona-Virus ist noch nicht ausgestanden. Noch immer gelten Maßnahmen, die zu seiner Eindämmung beitragen sollen. Doch auch hier legt der Staat bei uns und den Reichen doppelt Maß an.
Während nicht notwendige Betriebe laufen und sich zu wahnsinnigen Infektionsherden entwickeln (wie beispielsweise das Zalando-Lager in Erfurt), ist unsere Versammlungsfreiheit noch immer stark eingeschränkt. Das Asylrecht ist ebenfalls ausgesetzt, ebenso wie die Bewegungsfreiheit, denn es braucht einen triftigen Grund, um sich draußen bewegen zu können.
Auch die Regierung hat ihr Wort gebrochen, bei einem Erreichen einer Verdopplungszeit von 10 Tagen die Grundrechte wieder zu garantieren. Nun heißt es, es brauche einen Impfstoff dafür.
Gleichzeitig werden die Schulen für Abschlussprüfungen unter unzureichenden oder nicht eingehaltenen Hygienebedingungen geöffnet. Einige Klassenstufen werden ebenso wieder unterrichtet. Warum? Die Bonzen haben ein Interesse daran, dass wir Disziplin beweisen, die es später auch an ihren Arbeitsplätzen braucht.
Wir sehen also, dass die Interessen der großen Konzerne und Banken schwerer wiegen als unsere Gesundheit. Diese Interessen liegen in Krisenzeiten auch darin, uns Möglichkeiten des Widerstandes gegen die Ungerechtigkeiten ihres Systems, des Kapitalismus, zu nehmen. Das ist zu sehen, wenn politische Versammlungen trotz Einhaltungen aller gebotenen Hygienemaßnahmen aufgelöst werden.
Auf die eigene Kraft vertrauen, sich organisieren und kämpfen!
Für uns ist klar, dass wir diese Zustände nicht einfach so hinnehmen können. Wir müssen Position beziehen, gegen ein Krisenmanagement, dass nur den Reichen dient.
Wir müssen gegen Massenentlassungen kämpfen, für eine komplette Auszahlung des Lohns bei Kurzarbeit. Wir müssen wieder auf die Straße gehen, unsere Freiheitsrechte zurückholen und ein Ende der Notstandsgesetze bewirken, ohne dabei den Schutz unserer Mitmenschen zu vergessen.
Das wird aber niemand anderes für uns tun, sondern wir selbst stehen in der Verantwortung, uns zu organisieren und dagegen zu kämpfen, dass Corona- und Wirtschaftskrise auf unserem Rücken ausgetragen werden.
Aber nur wenn wir Vertrauen in unsere eigene Kraft haben und gemeinsam kämpfen, werden wir auf diesem Weg Erfolge erzielen können.
Das Ziel ist eine solidarische Gesellschaft, in der wir eine Zukunft haben, fernab von Existenzängsten.
Organisiert euch in der Internationalen Jugend und kämpft mit uns!
Die Krise nicht auf unserem Rücken austragen!