März im Rheinland

Der letzte Monat gehört wohl zu den durchwachseneren in der Geschichte unserer politischer Arbeit. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie, Wirtschaftscrash und massive Grundrechtseinschränkungen stellen einen massiven Einschnitt in unserer gewohnten Praxis dar.
Hierzu haben wir eine Erklärung und Forderungen veröffentlicht: https://internationale-jugend.de/index.php/2020/03/21/unsere-antwort-auf-die-corona-krise/

Die zunächst letzten Tage der Versammlungsfreiheit nutzten wir unter anderem an der Beteiligung der „Seebrücke“-Demo in Köln gegen die menschenverachtenden Zustände an den Grenzen der mörderischen Festung Europa. Mit mehreren hundert Menschen und lauten Parolen zogen wir durch die Innenstadt und erhielten einigen Zuspruch von Passant*innen.
Auch an einer der Kundgebungen die anstatt einer weiteren Demo zum Thema, die wegen Corona abgesagt wurde, beteiligten wir uns.
Auch zu diesem Thema haben wir eine Erklärung verfasst: https://internationale-jugend.de/…/03/nein-zur-festung-eur…/

Ebenfalls am Anfang des Monats begingen die Frauen* der Internationalen Jugend erfolgreich die kämpferische 8. März Demo! In Köln liefen wir gemeinsam mit anderen Frauen* im antirassistischen Block, insgesamt waren mehrere Tausend Frauen* bei der Demo.
Die Männer unterstützen die Frauen indem sie morgens am 8. März das Streikcafé organisierten und ein Frühstück vorbereiteten.

Über den Monat hinweg führten wir im Rhein-Sieg-Kreis einige Mobilisierungsaktionen im für den Housing Action Day, dem Aktionstag gegen Mietenwahnsinn, durch.
Wir verklebten Sticker und Plakate, recherchierten zu Leerstand und Gentrifizierungsprojekte im Kreis und markierten Leerstehende Objekte in Siegburg mit Spruchbändern.
Zudem veröffentlichten wir mehrere Texte zu der Wohnungssituation in der Stadt.
Am Housing Action Day selber nahmen wir an der sogenannten „Online-Demo“ teil und trugen unsere Forderungen ins Kölner Stadtbild.

Bundesweit haben wir eine Kampagne zum Gesundheitssystem gestartet in deren Rahmen wir bisher einige Texte, unter anderem über Privatisierung von Krankenhäusern und Pharmaindustrie veröffentlicht haben. Weiteres wird in den nächsten Tagen folgen.

Neben der Corona-Thematik ist der keine zwei Monate zurückliegende rechte Terroranschlag in Hanau aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verschwunden.
Die einzige Schlagzeile die nochmal aufkam war die, dass die Faschofreunde vom BKA die erkannt haben will, dass der Mörder Tobias R. nicht aus rechten Motiven gehandelt habe.
Diese Widerlichkeit zeigt ein weiteres mal, dass der Staat kein Partner im Kampf gegen rechten Terror sein kann. Auch hierzu findet ihr einen Text auf unseren Social Media Kanälen.
An dieser Stelle wollen wir nochmal einen Beitrag dazu leisten, dass die Namen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten:
Vili Viorel Pâun
Sedat Gürbüz
Fatih Saraçoglu
Ferhat Unver
Gökhan Gültekin
Mercedes Kierpacz
Kaloyan Velkov
Hamza Kurtovič
Said Nesar Hashemi

Auch mit den Einschränkungen geht unsere politische Arbeit natürlich weiter.
Mit Kreide, Tapete, Plakaten und Stickern haben wir in den letzten Tagen unsere Forderungen in unsere Viertel getragen, haben Nachbarschaftshilfe organisiert und jeden Tag um 21 Uhr wird für Pfleger*innen, Kassierer*innen und andere Menschen welche gerade auch einen enormen Beitrag für uns leisten geklatscht. Wir verbinden letzteres mit unseren Forderung und sehen die Chance diese Aktion als ersten Schritt zum kollektiven Protest zu nutzen.

Auch unsere Treffen finden weiterhin online statt, jeden Freitag um 18:00. Schreib uns einfach an und werde aktiv gegen Corona, Krise und Kapitalismus!