Am 17. Oktober reisten wir als Delegation der Internationalen Jugend und dem Studierendenkollektiv nach Straßburg um die landesweiten Proteste der französischen Jugend gegen marode Schulen, schlechte Zustände der Bildung und gegen die steigenden Lebenskosten zu unterstützen und uns solidarisch zu zeigen mit ihrem Kampf.
Zu Beginn haben wir uns in Straßburg an der Kunstuniversität versammelt, um uns gemeinsam mit anderen Gruppen auf die kommenden Proteste vorzubereiten. Es wurden Brote und Kochsalzlösung verteilt und viele Jugendlichen und Studierende beteiligten an der Vorbereitung. Um 13 Uhr sammelten sich die Jugendlich und Student:innen vor der Universität mit selbstgemalten Bannern, Transparenten, Schildern und künstlerischen Aufstellern aus Pappe.
Wir sprachen mit den Studierenden und Jugendlichen und versuchten unseren Teil zu leisten, um die Zubringerdemonstration zu ihrem Ziel zu bringen. Kurze Zeit später liefen wir los. Ein großer Zug aus Menschen bahnte sich den Weg durch die Straßen, man skandierte Parolen und sang Lieder.
Die am Rande stehenden Passant:innen riefen mit und viele schlossen sich dem Demozug an. So zog die Demonstration durch die Straßen, von viel Jubel begleitet, bis man Place Kléber in der Stadtmitte erreichte. Hier waren viele tausende Menschen bereits versammelt, um Teil der Großdemonstration zu werden. Vor Ort kamen wir mit vielen Leuten ins Gespräch und viele waren erfreut ,dass wir dort waren um ihre Kämpfe zu unterstützen.
Teil der Proteste und auf den Straßen waren auch nicht wenige Internationalist:innen und motivierte Jugendliche aus Deutschland. Allgemein war eine Stimmung der länderübergreifenden Solidarität zu spüren. Dies zeigte sich immer wieder in Form von Aktionen oder auch dem Hissen unterschiedlichster Flaggen unterdrückter Nationen aller Welt. Diese wurden auch auf einer Statue in der Mitte des Platzes gehisst.
Kurz nachdem sich die Großdemonstration in Bewegung setzt, sperrte die Polizei die Straße ab. Das passierte an diesem Tag noch sehr oft. Doch keiner der Protestierenden ließ sich davon unterkriegen.Demonstration in einer engen Gasse mit Tränengas beschossen. Dies passiert über den ganzen Tag hinweg immer wieder.
Doch für die französische Jugend waren die ganzen Repressionen vom Staat fast schon Alltag. Eine Demonstrantin meinte dazu, dass man es gewöhnt sei, Tränengas oder Gummigeschosse abzubekommen, wenn man demonstrieren geht.
Gegen späten Nachmittag erreichten wir eine Brücke wo ein Großes Feuer als Ausdruck der Wut der Bevölkerung angezündet wurde. Wir schlossen uns dem Teil der Demonstration an der sich Richtung Oper bewegte.
Dort angekomme lief die Demonstration Richtung Place Kléber wo sich die anderen Teile der Demonstration zusammen fügten. Auf dem Weg dort hin flogen immer wieder Tränengasgranaten in die Demonstration und die Straßen wurden gesperrt. Doch auch nach stundenlangem Laufen und Demonstrieren war die Jugend entschlossen weiter zu gehen. So antwortete man mit der gleichen Motivation den Repressionen wie in den Stunden zu vor.
Am Platz angekommen, wollte die Polizei die Versammlung schnell auflösen. Die Demonstrierenden waren jedoch nicht bereit, die Straßen aufzugeben. Sie rissen Pflastersteine aus dem Boden, um sich gegen die Polizei zu bewaffnen.
Hier wie auch in den davorigen Stunden waren wir als Delegation vom Mut der Jugend begeistert und beeindruckt zu gleich. Der Beschuss mit Gasgranaten nahm kein Ende, woraufhin wir uns in die engen Seitenstraßen zurückzogen, wo Jugendliche bereits angefingen, Barrikaden zu errichten.
Unser Ziel ist es den Mut der Jugend Frankreichs durch Berichte aber auch durch Demonstrationen hier nach Deutschland zu tragen. Denn wir müssen keine Angst vor Unterdrückern haben, sondern können uns wehren.
Lasst uns also das Feuer, den Mut und den Kampfgeist der Französischen Jugend auch hier nach Deutschland tragen und lasst uns mit ihrer Entschlossenheit gegen Ungerechtigkeiten wie Sozialkürzungen, Wehrpflicht, die Angriffe auf die Jugend, unsere Bildung und Zukunft auf die Straße gehen.

Ihr Kampf ist auch unser Kampf!
Deshalb werden wir am 31.10. auch hier in Deutschland auf die Straße gehen, und am 20.11. bundesweit! Gegen ein System in dem unsere Interessen egal sind!
Hoch die internationale Solidarität!






