Am Abend des 18. Augusts schießt die Münchner Polizei auf einen 14-jährigen kurdischen Jungen, der mit einer Freundin unterwegs ist – und leitet daraufhin eine Ermittlung gegen ihn ein. Er soll einen Beamten mit einer Schusswaffe bedroht haben.
Später wird klar: Die vermeintliche „Schusswaffe“ war in Realität nicht mehr als eine Spielzeugpistole, die Abdülkadir laut seiner Familie auch beiseite geworfen hatte, als die Polizisten ihn dazu aufforderten. Das, während er ihnen zurief, das es nur ein Spielzeug sei.
Anrufe der Eltern an das beschlagnahmte Handy des Schülers werden von der Polizei ignoriert, die Familie muss das Krankenhaus, in welches der Jugendliche gebracht wurde selber finden.
Am gleichen Abend sprechen Berichte noch von einem „20-jährigen Tatverdächtigen“, nicht von einem 14-jährigen Schüler und Opfer rassistischer Polizeigewalt.
Dass die Polizei bei migrantischen Jugendliche schnell zu ihren Waffen greift und anschließend versucht ihre eigenen Taten durch falsche oder rassistische Erzählungen zu rechtfertigen oder einfach direkt zu vertuschen oder verdrehen versucht, ist kein Einzelfall. So haben wir auch bei Lorenz A. in Oldenburg, Nelson in Ottweiler und vielen weiteren erlebt. Uns ist klar: hierbei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle, sondern um systematische und rassistische Gewalt.
Der Angriff auf Abdülkadirs stellt das einmal mehr klar. Das Ermittlungen gegen den unschuldigen Schüler eingeleitet werden, anstelle des Polizisten, der ihn angegriffen hatte, treibt das noch mehr auf die Spitze.
Unsere Gedanken und Beileid sind bei der Familie und der kurdischen Gemeinschaft in München. Wir fordern Gerechtigkeit für Abdülkadir und das Ende von Polizeigewalt und deren Lügen! Lasst uns unsere Wut zu Widerstand machen und das auf die Straße tragen!

