75 Jahre Nakba

Der palästinensische Kampf um Befreiung ist auch unser Kampf!

Am 14. Mai 1948 wurde der israelische Staat gegründet. In Folge dieser Staatsgründung wurde das von Großbritannien unterdrückte Palästina geteilt. Der darauffolgende zweite Abschnitt des Palästina-Kriegs resultierte 1949 in einer endgültigen Manifestierung des israelischen Staates. Schon bevor der israelische Staat gegründet wurde, vertrieben israelische Reaktionär:innen viele Teil der palästinensischen Bevölkerung. Die offensive Strategie des „Plan Dalets“ umfasste Massaker wie in Deir Yasin und schritt weit über die Grenzen des UN-Teilungsplans hinaus. Die massive Angstmacherei und aktive Zerstörung und Auslöschung palästinensischen Lebens, führte zur Vertreibung und Flucht von über 700.000 Palästinenser:innen. Das bezeichnen wir heute als die „Nakba“, die ‚Katastrophe‘. Der 15.Mai ist traditionell der Tag, an dem der israelischen Staatsgründung, aber auch dem palästinensischen Widerstand seit dem gedacht wird. Er wird heute zum 75. Mal begangen.

Auch wir als Internationale Jugend begehen in vielen Städten Deutschlands diesen Tag. Oft arbeiten wir dabei mit palästinensischen Organisationen zusammen. Denn ihr nationaler Befreiungskampf ist legitim. Seit der Staatsgründung Israels hat sich zwar einiges verändert, aber grundsätzlich ist die Situation die gleiche: Der israelische Staat als Werkzeug der israelischen Bourgeoisie und als Verbündeter des deutschen und amerikanischen Imperialismus’ unterdrückt die israelischen Arbeiter:innen und die palästinensische Nation. Dabei nutzt er Isolationsgefängnisse, Raketenbeschuss, fieberhafte Grenzkontrollen, Tötungskommandos, faschistische Terrorbanden und alle Spielarten der Schikane. Seit dem die neue israelische Regierung an der Macht ist, unter denen offen auftretende Faschist:innen wie Itamar Ben-Gvir, hat sich die Lage in Israel und Palästina noch verschärft. Seit dem wird der Repressionsapparat immer weiter ausgebaut und noch aggressiver gegen Palästinenser:innen vorgegangen. Neue Militärtechnologie, die Justizreform oder die Pogrome israelischer Siedler:innen zeugen davon.

Aber die unterdrückten Palästinenser:innen lassen sich das nicht gefallen. Auch wenn der Widerstand oft hoffnungslos erscheint, ist es die unbändige Jugend, die sich überall voller Tatendrang immer wieder gegen Militärpatrouillen und Abrissteams wirft. Ein höherer Grad der Organisierung und genau dieser Kampfesmut hatte in der Vergangenheit schon zu zwei „Intifadas“ geführt, was nichts anders als ‚Aufstand‘ heißt.

Es ist dieser Widerstand, der uns hier in Deutschland immer wider eindrücklich den revolutionären Optimismus aufzeigt und uns selber ermutigt. Denn auch wir brauchen Hoffnung und Siegessicherheit, vor Allem wenn wir unsere palästinensischen Genoss:innen unterstützen möchten. Die bedingungslose Unterstützung des israelischen Staates, ob ideologisch, mit Geld oder Waffen, ist seit der Gründung der BRD, ein hohes staatliches Grundprinzip. Mit dem Kampf gegen den deutschen Imperialismus schwächen wir den israelischen Staat und stärken somit den palästinensischen Widerstand. Andersherum schwächt auch der palästinensische Widerstand einen engen Bündnispartner Deutschlands, was wiederum uns zu Gute kommt.

Wir denken, dass der Tag der Nakba nicht einfach in Vergessenheit geraten kann, bleibt er ja aktuell wie immer. Aber der 15.Mai ist auch kein Feiertag, sondern ein Tag des Mutes und des Kampfes, an dem wir auf die Straße gehen. Lang lebe der palästinensische Widerstand! Der Kampf gegen den deutschen Imperialismus ist gelebte internationale Solidarität!