Solidarität mit den Bildungsprotesten!

In den letzten Wochen kam es in verschiedenen Ländern Europas zu Protesten von Schüler:innen und Lehrer:innen, insbesondere gegen das kapitalistische Pandemiemanagement im Bildungswesen, aber auch die kapitalistische Bildung überhaupt.
In Frankreich wurde für den 27. Januar von den jeweiligen Sektionen der verschiedenen Gewerkschaften erneut zum Streik und zu Demonstrationen aufgerufen. Schon zwei Wochen vorher hatten sie gestreikt. Sie richten sich gegen die Sparmaßnahmen und die prekäre Beschäftigung im öffentlichen Sektor und fordern echte Schutzmaßnahmen für Schüler:innen, Lehrer:innen und Beschäftigte im Bildungswesen.
In Österreich kam es bereits letzte Woche Dienstag zu Streiks an mehr als 100 Schulen im ganzen Land. Die Schüler:innen fordern ein demokratischeres Bildungssystem und die Möglichkeit, selbst mit zu entscheiden. Sie wollen unter anderem, dass die mündlichen Maturaprüfungen freiwillig abzulegen sind, da die kapitalistische Pandemiepolitik auch hier die Bedingungen und den Leistungsdruck noch einmal verschärft.
In Griechenland kam es zu Beginn der vorletzten Woche zu Schulbesetzungen in mehr als 250 Schulen, nachdem diese nach den Winterferien wieder geöffnet wurden. Sie weiteten sich auf 350 aus. Auch Lehrer:innen organisierten Protestkundgebungen. Die Aktionen richteten sich gegen die Corona-Maßnahmen an den Schulen. In Griechenland muss eine Klasse beispielsweise erst in Quarantäne, wenn mehr als die Hälfte der Schüler:innen positiv getestet sind. Die Quarantäne ist dann auf fünf Tage verkürzt. Im Ergebnis waren an den Tagen vor den Feiertagen 20 bis 50 Prozent der Corona-Fälle Schüler:innen. 
In Italien ist am 28. Januar ein Aktionstag angekündigt, nachdem der 18-jährige Lorenzo Parelli bei einem Schulpraktikum in einer Maschinenbaufirma ums Leben gekommen ist. Sein Tod hatte eine Welle von Schulbesetzungen und Protesten ausgelöst, die sich auch gegen das Praktikumssystem überhaupt richten, bei dem Schüler:innen zu kostenloser Arbeit für die Reichen gezwungen werden. 
Wir sind solidarisch mit allen, die sich dagegen wehren, dass die kapitalistischen Staaten Pandemie und Krise auf ihrem Rücken austragen. Auch in Deutschland müssen wir diesen Kampf aufleben lassen! Die Schüler:innen und Lehrer:innen in Frankreich, Griechenland, Italien und Österreich zeigen uns, dass wir nicht allein sind und dass wir Druck ausüben können, wenn wir uns zusammentun. 
Hoch die internationale Solidarität!